Aktuelles
Gabi Hangartner aus Basel ist 68 Jahre alt, in Rente und weiterhin gestalterisch tätig. Vom 15. bis 22. Mai 2026 lebt sie als Inklusin in der Wiborada-Zelle. Für sie ist die Woche ein leises, aber intensives Experiment: sich auf die Erfahrung des befristeten Alleinseins einzulassen und innerlich zu reflektieren. [mehr]
13.05.2026
Gabi Hangartner: «Die Herausforderung des befristeten Alleinseins»
Was bedeutet es dir, im Jubiläumsjahr 2026 eine Woche als Inklusin zu leben?
Bücher, Filme, Reisen, Workshops usw. zur Suche nach sich selbst gibt es genug. Man kann auf hohe Berge steigen oder sich anderweitig herausfordern. Die Herausforderung vom Eingeschlossen-Sein kommt leise daher, sie wirkt auf den ersten Blick «harmlos», aber mir wird mehr und mehr bewusst, dass möglicherweise viel Kraft, aber auch Herausforderung darin liegt.
Warum findest du es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten?
Wiborada hatte den Mut, auf ihre innere Stimme zu hören und ihr Leben so zu leben, wie sie es für sie richtig hielt. Aus der heutigen Sicht, wo Selbstfindung und Selbstverwirklichung gross auf der Agenda stehen, finde ich es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten.
Wenn du Wiborada treffen könntest: Welche Frage würdest du ihr gerne stellen?
Was würdest du mir und allen Menschen heute mitgeben, warum es sich lohnt, sich als einzelne Person einzusetzen, sich einzuschränken und bedingungslos zu engagieren für die Menschen?
Weisst du schon, wer dich einschliessen wird? Warum hast du diese Person gewählt?
Ich denke, dass es mein Ehemann Rolf Hangartner sein wird. Er unterstützt mich, seit wir uns kennen, in allen Höhen, Tiefen und Wünschen meines Lebens. Dies wird auch ein Zeichen an ihn und an mein absolutes Vertrauen in ihn sein.
Welche «Handarbeit» nimmst du dir mit für deine Woche in der Zelle?
Da ich schon immer «handwerklich» tätig war, werde ich Material zum Zeichnen mitnehmen. Zusätzlich werde ich Materialien zum Sticken mitnehmen, da ich mich seit einiger Zeit mehr mit textilem Arbeiten und dem Sticken auf unterschiedliche Materialien befasst habe.
Warum sollte man genau dich am offenen Zellenfenster besuchen?
Da ich ein visueller Mensch bin, neugierig und gerne beobachte, wird die Zeit am offenen Fenster ein wichtiger Moment sein. Seit ich in meinem Alltag etwas langsamer unterwegs bin, ergeben sich oft natürlich und einfach Begegnungen mit Mitmenschen im Tram, beim Einkaufen…
Als Kind wohnhaft an einem eher einsamen Ort, bin ich so oft wie möglich am offenen Fenster auf einem Schemel gestanden, habe die Welt und die Menschen beobachtet und auch mit ihnen gesprochen. Es hat und hatte immer mit dem Innen und Aussen zu tun und hilft mir bis heute in meiner Wahrnehmung.
Wovor hast du Angst oder besonderen Respekt?
Ich weiss von mir, dass ich gut die Zeit mit mir alleine verbringen kann. Aber ganz sicher kann ich mir natürlich nicht sein, ob Angst und Unerwartetes auftauchen werden. Ich werde dann versuchen, mit Aufschreiben und/oder Zeichnen damit umzugehen lernen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass Einschlafen und/oder Durchschlafen in dieser Situation eher schwierig werden könnten. Aber mit dem Wachliegen habe ich bereits Erfahrungen gesammelt.
Gabi Hangartner in der Wiborada-Zelle:
Gabi Hangartner aus Basel lebt vom 15.–22. Mai 2026 in der nachgebauten Wiborada-Zelle. Das Zellenfenster öffnet sie täglich von 12.30–13.30 Uhr und von 17.30–18.30 Uhr.
Um 18.30 Uhr können Sie mit der Inklusin am Fürbittgebet für die Stadt St.Gallen teilnehmen (Mo-Fr, So Fürbittgebet mit Handauflegung)
Einschlussritual: Freitag, 15. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aufschlussritual: Freitag, 22. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Bücher, Filme, Reisen, Workshops usw. zur Suche nach sich selbst gibt es genug. Man kann auf hohe Berge steigen oder sich anderweitig herausfordern. Die Herausforderung vom Eingeschlossen-Sein kommt leise daher, sie wirkt auf den ersten Blick «harmlos», aber mir wird mehr und mehr bewusst, dass möglicherweise viel Kraft, aber auch Herausforderung darin liegt.
Warum findest du es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten?
Wiborada hatte den Mut, auf ihre innere Stimme zu hören und ihr Leben so zu leben, wie sie es für sie richtig hielt. Aus der heutigen Sicht, wo Selbstfindung und Selbstverwirklichung gross auf der Agenda stehen, finde ich es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten.
Wenn du Wiborada treffen könntest: Welche Frage würdest du ihr gerne stellen?
Was würdest du mir und allen Menschen heute mitgeben, warum es sich lohnt, sich als einzelne Person einzusetzen, sich einzuschränken und bedingungslos zu engagieren für die Menschen?
Weisst du schon, wer dich einschliessen wird? Warum hast du diese Person gewählt?
Ich denke, dass es mein Ehemann Rolf Hangartner sein wird. Er unterstützt mich, seit wir uns kennen, in allen Höhen, Tiefen und Wünschen meines Lebens. Dies wird auch ein Zeichen an ihn und an mein absolutes Vertrauen in ihn sein.
Welche «Handarbeit» nimmst du dir mit für deine Woche in der Zelle?
Da ich schon immer «handwerklich» tätig war, werde ich Material zum Zeichnen mitnehmen. Zusätzlich werde ich Materialien zum Sticken mitnehmen, da ich mich seit einiger Zeit mehr mit textilem Arbeiten und dem Sticken auf unterschiedliche Materialien befasst habe.
Warum sollte man genau dich am offenen Zellenfenster besuchen?
Da ich ein visueller Mensch bin, neugierig und gerne beobachte, wird die Zeit am offenen Fenster ein wichtiger Moment sein. Seit ich in meinem Alltag etwas langsamer unterwegs bin, ergeben sich oft natürlich und einfach Begegnungen mit Mitmenschen im Tram, beim Einkaufen…
Als Kind wohnhaft an einem eher einsamen Ort, bin ich so oft wie möglich am offenen Fenster auf einem Schemel gestanden, habe die Welt und die Menschen beobachtet und auch mit ihnen gesprochen. Es hat und hatte immer mit dem Innen und Aussen zu tun und hilft mir bis heute in meiner Wahrnehmung.
Wovor hast du Angst oder besonderen Respekt?
Ich weiss von mir, dass ich gut die Zeit mit mir alleine verbringen kann. Aber ganz sicher kann ich mir natürlich nicht sein, ob Angst und Unerwartetes auftauchen werden. Ich werde dann versuchen, mit Aufschreiben und/oder Zeichnen damit umzugehen lernen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass Einschlafen und/oder Durchschlafen in dieser Situation eher schwierig werden könnten. Aber mit dem Wachliegen habe ich bereits Erfahrungen gesammelt.
Gabi Hangartner in der Wiborada-Zelle:
Gabi Hangartner aus Basel lebt vom 15.–22. Mai 2026 in der nachgebauten Wiborada-Zelle. Das Zellenfenster öffnet sie täglich von 12.30–13.30 Uhr und von 17.30–18.30 Uhr.
Um 18.30 Uhr können Sie mit der Inklusin am Fürbittgebet für die Stadt St.Gallen teilnehmen (Mo-Fr, So Fürbittgebet mit Handauflegung)
Einschlussritual: Freitag, 15. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aufschlussritual: Freitag, 22. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aktuelles
Ulrike Hasselmann aus Speicher AR ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychoanalytikerin. Vom 8. bis 15. Mai 2026 lebt die 62-Jährige als Inklusin in der Wiborada-Zelle. Für sie ist die Woche eine Gelegenheit, über 1100 Jahre Frauengeschichte zu reflektieren und durch kreative Handarbeit innerlich neue Perspektiven zu entdecken. Herzliche Einladung zum Einschlussritual am Freitag um 18.30 Uhr in der Kirche St. Mangen! [mehr]
06.05.2026
Ulrike Hasselmann: «1100 Jahre Frauengeschichte reflektieren»
Was bedeutet es dir, im Jubiläumsjahr 2026 eine Woche als Inkluse/Inklusin zu leben?
Das Jubiläumsjahr zeigt die vielen Früchte der Bemühungen, dieser grossen Frauengestalt Wiborada Bekanntheit, Sichtbarkeit und Geltung zu verschaffen. Das Jubiläum regt mich an, über 1100 Jahre Menschheits-, Männer- und Frauengeschichte nachzudenken.
Warum findest du es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten?
Wiborada ist ein zentraler Teil der St. Galler Frauen-, Stadt- und Religionsgeschichte. Sie hat ein Frauenleben auf besondere Weise gelebt. Mit Beharrlichkeit und Mut. Wiborada hat einen Weg gesucht, mit der geistigen und der weltlichen Welt gleichzeitig in Verbindung zu stehen.
Wenn du Wiborada treffen könntest: Welche Frage würdest du ihr gerne stellen?
Ich würde Sie fragen wollen, wie sie diesen grossen Mut und die ihr wohl eigene Beharrlichkeit hat aufbringen können. Was hat ihr dabei geholfen, unbeirrbar zu bleiben. Wie ist sie mit Krisen- und Notsituationen umgegangen, die es auf ihrem Weg auch gegeben haben muss?
Welche «Handarbeit» nimmst du dir mit für deine Woche in der Zelle?
Ich habe seit der Schulzeit keine Handarbeiten mehr gemacht. Somit stellt dies eine persönliche Herausforderung dar. Ich möchte probieren, ein farbiges Bild zu sticken, das die Seelenstimmungen dieser besonderen Tage abbildet.
Warum sollte man genau dich am offenen Zellenfenster besuchen?
Jeder Besuch am Fenster ist eine ganz besondere, eben nicht alltägliche Begegnungsmöglichkeit. So habe ich es bei meinen Besuchen am Fenster erlebt. Der nicht alltäglichen Begegnung in dieser speziellen Form möchte ich versuchen, Raum zu geben durch das offene Aufnehmen der Anliegen der Menschen, die zum Fenster kommen möchten.
Wovor hast du besonderen Respekt?
Ich freue mich auf diese Tage, wo eine nicht alltägliche Begegnung mit mir selbst stattfinden wird. Respekt habe ich vor dem Neuen, vielleicht auch Unbekannten, das vielleicht auftaucht, erlebe ich mich doch in einer Zeit des Überganges. Dankbar bin ich für den geistlichen Beistand in diesen Tagen.
Wen oder was wirst du am meisten vermissen in der Zelle?
Die vertrauten Gespräche mit meiner Familie und meinen FreundInnen und KollegInnen.
Und was überhaupt nicht?
Nach einem strikten Terminplan durch den Tag gehen zu wollen, sollen, müssen.
Ulrike Hasselmann in der Wiborada-Zelle:
Ulrike Hasselmann aus Speicher AR lebt vom 08.–15. Mai 2026 in der nachgebauten Wiborada-Zelle. Das Zellenfenster öffnet sie täglich von 12.30–13.30 Uhr und von 17.30–18.30 Uhr.
Um 18.30 Uhr gibt es die Möglichkeit, mit der Inklusin am Fürbittgebet teilzunehmen.
Einschlussritual: Freitag, 08. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aufschlussritual: Freitag, 15. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Das Jubiläumsjahr zeigt die vielen Früchte der Bemühungen, dieser grossen Frauengestalt Wiborada Bekanntheit, Sichtbarkeit und Geltung zu verschaffen. Das Jubiläum regt mich an, über 1100 Jahre Menschheits-, Männer- und Frauengeschichte nachzudenken.
Warum findest du es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten?
Wiborada ist ein zentraler Teil der St. Galler Frauen-, Stadt- und Religionsgeschichte. Sie hat ein Frauenleben auf besondere Weise gelebt. Mit Beharrlichkeit und Mut. Wiborada hat einen Weg gesucht, mit der geistigen und der weltlichen Welt gleichzeitig in Verbindung zu stehen.
Wenn du Wiborada treffen könntest: Welche Frage würdest du ihr gerne stellen?
Ich würde Sie fragen wollen, wie sie diesen grossen Mut und die ihr wohl eigene Beharrlichkeit hat aufbringen können. Was hat ihr dabei geholfen, unbeirrbar zu bleiben. Wie ist sie mit Krisen- und Notsituationen umgegangen, die es auf ihrem Weg auch gegeben haben muss?
Welche «Handarbeit» nimmst du dir mit für deine Woche in der Zelle?
Ich habe seit der Schulzeit keine Handarbeiten mehr gemacht. Somit stellt dies eine persönliche Herausforderung dar. Ich möchte probieren, ein farbiges Bild zu sticken, das die Seelenstimmungen dieser besonderen Tage abbildet.
Warum sollte man genau dich am offenen Zellenfenster besuchen?
Jeder Besuch am Fenster ist eine ganz besondere, eben nicht alltägliche Begegnungsmöglichkeit. So habe ich es bei meinen Besuchen am Fenster erlebt. Der nicht alltäglichen Begegnung in dieser speziellen Form möchte ich versuchen, Raum zu geben durch das offene Aufnehmen der Anliegen der Menschen, die zum Fenster kommen möchten.
Wovor hast du besonderen Respekt?
Ich freue mich auf diese Tage, wo eine nicht alltägliche Begegnung mit mir selbst stattfinden wird. Respekt habe ich vor dem Neuen, vielleicht auch Unbekannten, das vielleicht auftaucht, erlebe ich mich doch in einer Zeit des Überganges. Dankbar bin ich für den geistlichen Beistand in diesen Tagen.
Wen oder was wirst du am meisten vermissen in der Zelle?
Die vertrauten Gespräche mit meiner Familie und meinen FreundInnen und KollegInnen.
Und was überhaupt nicht?
Nach einem strikten Terminplan durch den Tag gehen zu wollen, sollen, müssen.
Ulrike Hasselmann in der Wiborada-Zelle:
Ulrike Hasselmann aus Speicher AR lebt vom 08.–15. Mai 2026 in der nachgebauten Wiborada-Zelle. Das Zellenfenster öffnet sie täglich von 12.30–13.30 Uhr und von 17.30–18.30 Uhr.
Um 18.30 Uhr gibt es die Möglichkeit, mit der Inklusin am Fürbittgebet teilzunehmen.
Einschlussritual: Freitag, 08. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aufschlussritual: Freitag, 15. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aktuelles
In der Wiborada-Rede zum 1100. Gedenktag blickte Moni Egger zurück auf ihre Arbeit an einer Erzählfassung der älteren Vita Sanctae Wiboradae. Zwischen der ersten, abschreckenden Begegnung mit der Lebende und der jetzigen innigen Verbundenheit mit Wiborada liegen viele Stunden intensiver Beschäftigung, viele Bücher, viel Phantasiearbeit. [mehr]
05.05.2026
Zwei Fenster, keine Tür - Von alten Geschichten zehren

In der Wiborada-Rede zum 1100. Gedenktag blickte Moni Egger zurück auf ihre Arbeit an einer Erzählfassung der älteren Vita Sanctae Wiboradae. Zwischen der ersten, abschreckenden Begegnung mit der Lebende und der jetzigen innigen Verbundenheit mit Wiborada liegen viele Stunden intensiver Beschäftigung, viele Bücher, viel Phantasiearbeit. [mehr]
So wuchs aus der frühmittelalterlichen Heiligenlegende eine zeitlose Frauengeschichte, die unerwartet aktuelle Fragestellungen aufweist: Reizüberflutung, Grenzen finden, Grenzen anerkennen, Selbstbestimmung, Krisen-bewältigung, eigenen Raum haben, Zuwendung zur Welt und doch bei-sich-bleiben.
Lesen Sie hier die Wiborada-Rede von Moni Egger im Wortlaut.
Lesen Sie hier die Wiborada-Rede von Moni Egger im Wortlaut.



