Aktuelles

Anlässlich 1100 Jahre Wiborada von St.Gallen widmet sich das Kulturmuseum St.Gallen vom 25. April bis 4. Oktober 2026 ganz besonderen Frauen, die sich für einen spirituellen Lebensweg entschieden haben. Sie erzählen vom Leben im Kloster, ihrem Wirken als Eremitin oder von ihren Erfahrungen als mobile Inklusin.
Das Kulturmuseum lädt zur Ausstellungseröffnung am 24. April um 18.30 Uhr ein. [mehr]
Wird es in den kommenden Generationen noch Klosterfrauen geben in der Ostschweiz?
Wer übers Land fährt und den eindrücklichen Frauenklöstern begegnet, wird sich bewusst, welches Kulturerbe hier ruht. Jahrhundertelang wurde es erhalten, gepflegt und weitergegeben. Religiöse Frauen haben einen wichtigen Anteil an der Ostschweizer Geschichte.
Das Jubiläumsjahr zur 1100-Jahr-Feier im Andenken an die Hl. Wiborada von St.Gallen, die erste Frau, die heiliggesprochen wurde, ist für das Kulturmuseum Anlass, um eine Brücke vom Frühmittelalter in die Gegenwart zu schlagen. Wiborada gilt als starke Persönlichkeit, die innere Ruhe, Kontemplation und einen höheren Sinn im Rückzug in eine Klause fand, wo sie gleichzeitig als Ratgeberin für die Bevölkerung wirkte.
Ihre Vita ist in der Ausstellung der Ausgangspunkt für Porträts von Frauen von heute, die sich für ein Leben im Kloster entschieden haben, als Eremitin wirken oder eine Woche als «mobile Inklusin» verbrachten. Was hat ihren Entscheid beeinflusst, wie hat es ihr Leben verändert, wie sieht ihr Alltag heute aus? Die kleine Zelle der Wiborada steht sozusagen am Anfang einer Traditionslinie, die zu bemerkenswerten Frauen von heute führt.
Ausgewählte Stücke aus der Sammlung des Kulturmuseums und wertvolle Leihgaben ergänzen die Ausstellung. Dazu zählen die einmaligen der Wiborada zugesprochenen Gegenstände aus der Benediktinerinnenabtei St.Gallenberg (Glattburg), die das letzte Mal vor 20 Jahren in der grossen Ausstellung «Untergang und Erbe der Fürstabtei St.Gallen» im Museum zu sehen waren.
Ausserdem werden Fragmente einer Wandbemalung aus der ersten Kirche in St.Mangen präsentiert, welche Salomo III. im ausgehenden 9. Jahrhundert errichten liess.
Auch in der Sammlung des Kulturmuseums kamen Schätze aus Ostschweizer Frauenklöstern ans Licht, u.a. ein Bildteppich mit Maria, heiligen Frauen und Zisterzienserinnen von 1611, ein Clavichord mit der Hl. Cäcilia aus dem 18. Jahrhundert, das auf die Rolle der Musik im Klosteralltag verweist, ein Gebäckmodel von 1685 aus dem Kloster Magdenau sowie Kunsthandwerk.
Die Dinge erzählen von den zusätzlichen Tätigkeiten hinter den Kulissen. Klosterarbeiten aus Drahtgespinsten mit Perlen und Glassteinen wurden hier angefertigt, Stickereien für die Ausstattung von Kirchen hergestellt, Hostien und Kräpfli gebacken und für Klosterladen und Apotheke begehrte Heilmittel, Tees und Pflegeprodukte vorbereitet.
Und wie sieht es heute aus? Viele Arbeiten von früher sind weggefallen wie etwa die Paramentenstickereien, Wachsnereien, zum Teil auch die Hostienbäckereien, im Kloster Madgenau etwa das Anfertigen von Bucheinbänden oder von Büchern in Blindenschrift.
Hingegen bieten viele Klöster heute Gästezimmer und Rat für Frauen an, die eine Auszeit und Stille suchen, oder sie unterstützen die Menschen mit Gebeten – diesbezügliche Wünsche können sogar per Online-Formular eingereicht werden.
Die Ausstellung lädt ein, sich mit dem klösterlichen Kulturerbe zu befassen, das bis zu Wiborada zurückreicht, Musik zu geniessen und über das Leben in Klausur, über innere und äussere Grenzen nachzusinnen und in den Filminterviews diese inspirierenden Frauen kennen zu lernen, die in kleiner Gemeinschaft das Klostererbe weiter pflegen oder als Inklusinnen ihre Erfahrungen gemacht haben.
Zum Ausstellungsprogramm
27.03.2026
Klosterfrauen heute

Anlässlich 1100 Jahre Wiborada von St.Gallen widmet sich das Kulturmuseum St.Gallen vom 25. April bis 4. Oktober 2026 ganz besonderen Frauen, die sich für einen spirituellen Lebensweg entschieden haben. Sie erzählen vom Leben im Kloster, ihrem Wirken als Eremitin oder von ihren Erfahrungen als mobile Inklusin.
Das Kulturmuseum lädt zur Ausstellungseröffnung am 24. April um 18.30 Uhr ein. [mehr]
Wird es in den kommenden Generationen noch Klosterfrauen geben in der Ostschweiz?
Wer übers Land fährt und den eindrücklichen Frauenklöstern begegnet, wird sich bewusst, welches Kulturerbe hier ruht. Jahrhundertelang wurde es erhalten, gepflegt und weitergegeben. Religiöse Frauen haben einen wichtigen Anteil an der Ostschweizer Geschichte.
Das Jubiläumsjahr zur 1100-Jahr-Feier im Andenken an die Hl. Wiborada von St.Gallen, die erste Frau, die heiliggesprochen wurde, ist für das Kulturmuseum Anlass, um eine Brücke vom Frühmittelalter in die Gegenwart zu schlagen. Wiborada gilt als starke Persönlichkeit, die innere Ruhe, Kontemplation und einen höheren Sinn im Rückzug in eine Klause fand, wo sie gleichzeitig als Ratgeberin für die Bevölkerung wirkte.
Ihre Vita ist in der Ausstellung der Ausgangspunkt für Porträts von Frauen von heute, die sich für ein Leben im Kloster entschieden haben, als Eremitin wirken oder eine Woche als «mobile Inklusin» verbrachten. Was hat ihren Entscheid beeinflusst, wie hat es ihr Leben verändert, wie sieht ihr Alltag heute aus? Die kleine Zelle der Wiborada steht sozusagen am Anfang einer Traditionslinie, die zu bemerkenswerten Frauen von heute führt.
Ausgewählte Stücke aus der Sammlung des Kulturmuseums und wertvolle Leihgaben ergänzen die Ausstellung. Dazu zählen die einmaligen der Wiborada zugesprochenen Gegenstände aus der Benediktinerinnenabtei St.Gallenberg (Glattburg), die das letzte Mal vor 20 Jahren in der grossen Ausstellung «Untergang und Erbe der Fürstabtei St.Gallen» im Museum zu sehen waren.
Ausserdem werden Fragmente einer Wandbemalung aus der ersten Kirche in St.Mangen präsentiert, welche Salomo III. im ausgehenden 9. Jahrhundert errichten liess.
Auch in der Sammlung des Kulturmuseums kamen Schätze aus Ostschweizer Frauenklöstern ans Licht, u.a. ein Bildteppich mit Maria, heiligen Frauen und Zisterzienserinnen von 1611, ein Clavichord mit der Hl. Cäcilia aus dem 18. Jahrhundert, das auf die Rolle der Musik im Klosteralltag verweist, ein Gebäckmodel von 1685 aus dem Kloster Magdenau sowie Kunsthandwerk.
Die Dinge erzählen von den zusätzlichen Tätigkeiten hinter den Kulissen. Klosterarbeiten aus Drahtgespinsten mit Perlen und Glassteinen wurden hier angefertigt, Stickereien für die Ausstattung von Kirchen hergestellt, Hostien und Kräpfli gebacken und für Klosterladen und Apotheke begehrte Heilmittel, Tees und Pflegeprodukte vorbereitet.
Und wie sieht es heute aus? Viele Arbeiten von früher sind weggefallen wie etwa die Paramentenstickereien, Wachsnereien, zum Teil auch die Hostienbäckereien, im Kloster Madgenau etwa das Anfertigen von Bucheinbänden oder von Büchern in Blindenschrift.
Hingegen bieten viele Klöster heute Gästezimmer und Rat für Frauen an, die eine Auszeit und Stille suchen, oder sie unterstützen die Menschen mit Gebeten – diesbezügliche Wünsche können sogar per Online-Formular eingereicht werden.
Die Ausstellung lädt ein, sich mit dem klösterlichen Kulturerbe zu befassen, das bis zu Wiborada zurückreicht, Musik zu geniessen und über das Leben in Klausur, über innere und äussere Grenzen nachzusinnen und in den Filminterviews diese inspirierenden Frauen kennen zu lernen, die in kleiner Gemeinschaft das Klostererbe weiter pflegen oder als Inklusinnen ihre Erfahrungen gemacht haben.
Zum Ausstellungsprogramm
Aktuelles
Simone Curau-Aepli aus Weinfelden TG war Präsidentin des Frauenbundes Schweiz und ist Unternehmerin, Marketingfachfrau sowie aktive Grossmutter. Im Jubiläumsjahr 2026 erlebt sie eine Woche vom 1. bis 08. Mai als Inklusin in der Wiborada-Zelle. Für die 64-Jährige, die noch nie allein gelebt hat, ist die Zeit in der Zelle eine Gelegenheit, spirituelle Texte zu reflektieren, erzählt sie im Interview. [mehr]
20.03.2026
Simone Curau-Aepli: Eine Woche Alleinsein als Experiment
Simone Curau-Aepli aus Weinfelden TG war Präsidentin des Frauenbundes Schweiz und ist Unternehmerin, Marketingfachfrau sowie aktive Grossmutter. Im Jubiläumsjahr 2026 erlebt sie eine Woche vom 1. bis 08. Mai als Inklusin in der Wiborada-Zelle. Für die 64-Jährige, die noch nie allein gelebt hat, ist die Zeit in der Zelle eine Gelegenheit, spirituelle Texte zu reflektieren, erzählt sie im Interview. [mehr]
Was bedeutet es dir, im Jubiläumsjahr 2026 eine Woche als Inkluse/Inklusin zu leben?
Immer wieder habe ich die Option geprüft, ob ich mir eine Woche in der Zelle zumute. Ich bin sehr beeindruckt, welche Dimensionen dieses Projekt dank vieler hartnäckig-engagierter und begeisterter Menschen im Jubiläumsjahr annimmt und fühle mich sehr geehrt, als Inklusin Teil davon zu sein.
Warum findest du es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten?
In Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche haben Frauen massgeblich zu wesentlichen Veränderungen beigetragen. Ihr Wirken wird aber erst langsam entdeckt und gewürdigt. Die Geschichte der Wiborada ist ein leuchtendes Beispiel, wie eine «Her-story» neu geschrieben werden kann und muss.
Wenn du Wiborada treffen könntest: Welche Frage würdest du ihr gerne stellen?
Hat dein Körper dich nicht immer wieder zur physischen Bewegung gerufen?
Wer wird dich einschliessen und warum?
Beat Curau-Aepli, mein Mann und seit 47 Jahren mein Gefährte, wird mich einschliessen. So pflegen wir eine wesentliche Stärke unserer langjährigen Beziehung: Uns immer wieder bewusst auf Experimente und Projekte des anderen einlassen, auch wenn wir nicht alles nachvollziehen und verstehen.
Welche «Handarbeit» nimmst du dir mit für deine Woche in der Zelle?
Ich habe mich noch nicht entschieden. Ich denke an etwas, das einen Mehrwert schafft wie z.B. Abwaschlappen stricken oder Verbundenheits-Bändeli knüpfen. Diese könnte ich weiterschenken oder für das Wiborada-Projekt verkaufen.
Mit welchen Texten wirst du dich in dieser Woche besonders auseinandersetzen?
Singen ist für mich doppelt beten. In Gottesdiensten leide ich oft, dass ich viele Lieder nicht mehr mitsingen kann, weil Gottesbilder besungen werden, an die ich nicht glaube bzw. die ich ablehne. Ich werde Texte religiöser und spiritueller Lieder aufmerksam lesen, meditieren und bearbeiten oder um- und neuschreiben.
Warum sollte man genau dich am offenen Zellenfenster besuchen?
Ich werde das Fenster jeweils mit achtsamem Auge, Ohr und Herz öffnen. Ich bin zudem ein Greenhorn im Alleinsein, habe nie allein gelebt und war immer in Verbundenheit mit anderen Menschen engagiert. Vielleicht interessiert es mir (un-)bekannte Menschen, wie ich mich fühle und was es in mir auslöst, mich in dieser so neuen Situation zurechtzufinden.
Wovor hast du Angst oder besonderen Respekt?
Simone und Schlüssel passen nicht zusammen. Ausser dem Veloschlüssel habe ich nie einen Schlüssel dabei und unser Haus ist immer offen. Die Vorstellung, dass die Zellentüre wirklich von aussen abgeschlossen wird und ich drinbleiben werde, löst bei mir nicht wirklich wohlige Gefühle aus.
Wen oder was wirst du am meisten vermissen in der Zelle?
Musik wird mir fehlen, denn vor allem klassische Musik bereichert und verschönert mein Leben. Mich draussen zu bewegen, beschert mir zudem Momente des Innehaltens, der Inspiration und des Glücks, sei es zu Fuss, auf dem Velo oder im Ruderboot. Auf solche Momente sieben Tage lang verzichten musste ich bis anhin nur, wenn ich so richtig krank war.
Und was überhaupt nicht?
Die Schreckensnachrichten aus aller Welt, die wir in Worten und Bildern ständig erhalten und die mich immer wieder so ohnmächtig zurücklassen, werden mir nicht fehlen. Mich dafür noch bewusster am Fenster oder in Ritualen mit Menschen zu verbinden, die Leid erfahren, wird in dieser Intensität eine neue Erfahrung werden.
Simone Curau-Aepli in der Wiborada-Zelle
Simone Curau-Aepli aus Weinfelden TG lebt vom 01.-08. Mai 2026 in der nachgebauten Wiborada-Zelle. Das Zellenfenster öffnet sie täglich von 12.30-13.30 Uhr und von 17.30-18.30 Uhr.
Herzliche Einladung zum
Einschlussritual am Freitag, 01. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aufschlussritual am Freitag, 08. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Ein Mittagessen für die Inklusin
Möchten Sie die Inklusin tatkräftig unterstützen und ihr einmal ein Mittagessen ans Zellenfenster vorbei bringen? Dann tragen Sie sich in der Liste ein.
Immer wieder habe ich die Option geprüft, ob ich mir eine Woche in der Zelle zumute. Ich bin sehr beeindruckt, welche Dimensionen dieses Projekt dank vieler hartnäckig-engagierter und begeisterter Menschen im Jubiläumsjahr annimmt und fühle mich sehr geehrt, als Inklusin Teil davon zu sein.
Warum findest du es wichtig, die Erinnerung an Wiborada wach zu halten?
In Gesellschaft, Wirtschaft und Kirche haben Frauen massgeblich zu wesentlichen Veränderungen beigetragen. Ihr Wirken wird aber erst langsam entdeckt und gewürdigt. Die Geschichte der Wiborada ist ein leuchtendes Beispiel, wie eine «Her-story» neu geschrieben werden kann und muss.
Wenn du Wiborada treffen könntest: Welche Frage würdest du ihr gerne stellen?
Hat dein Körper dich nicht immer wieder zur physischen Bewegung gerufen?
Wer wird dich einschliessen und warum?
Beat Curau-Aepli, mein Mann und seit 47 Jahren mein Gefährte, wird mich einschliessen. So pflegen wir eine wesentliche Stärke unserer langjährigen Beziehung: Uns immer wieder bewusst auf Experimente und Projekte des anderen einlassen, auch wenn wir nicht alles nachvollziehen und verstehen.
Welche «Handarbeit» nimmst du dir mit für deine Woche in der Zelle?
Ich habe mich noch nicht entschieden. Ich denke an etwas, das einen Mehrwert schafft wie z.B. Abwaschlappen stricken oder Verbundenheits-Bändeli knüpfen. Diese könnte ich weiterschenken oder für das Wiborada-Projekt verkaufen.
Mit welchen Texten wirst du dich in dieser Woche besonders auseinandersetzen?
Singen ist für mich doppelt beten. In Gottesdiensten leide ich oft, dass ich viele Lieder nicht mehr mitsingen kann, weil Gottesbilder besungen werden, an die ich nicht glaube bzw. die ich ablehne. Ich werde Texte religiöser und spiritueller Lieder aufmerksam lesen, meditieren und bearbeiten oder um- und neuschreiben.
Warum sollte man genau dich am offenen Zellenfenster besuchen?
Ich werde das Fenster jeweils mit achtsamem Auge, Ohr und Herz öffnen. Ich bin zudem ein Greenhorn im Alleinsein, habe nie allein gelebt und war immer in Verbundenheit mit anderen Menschen engagiert. Vielleicht interessiert es mir (un-)bekannte Menschen, wie ich mich fühle und was es in mir auslöst, mich in dieser so neuen Situation zurechtzufinden.
Wovor hast du Angst oder besonderen Respekt?
Simone und Schlüssel passen nicht zusammen. Ausser dem Veloschlüssel habe ich nie einen Schlüssel dabei und unser Haus ist immer offen. Die Vorstellung, dass die Zellentüre wirklich von aussen abgeschlossen wird und ich drinbleiben werde, löst bei mir nicht wirklich wohlige Gefühle aus.
Wen oder was wirst du am meisten vermissen in der Zelle?
Musik wird mir fehlen, denn vor allem klassische Musik bereichert und verschönert mein Leben. Mich draussen zu bewegen, beschert mir zudem Momente des Innehaltens, der Inspiration und des Glücks, sei es zu Fuss, auf dem Velo oder im Ruderboot. Auf solche Momente sieben Tage lang verzichten musste ich bis anhin nur, wenn ich so richtig krank war.
Und was überhaupt nicht?
Die Schreckensnachrichten aus aller Welt, die wir in Worten und Bildern ständig erhalten und die mich immer wieder so ohnmächtig zurücklassen, werden mir nicht fehlen. Mich dafür noch bewusster am Fenster oder in Ritualen mit Menschen zu verbinden, die Leid erfahren, wird in dieser Intensität eine neue Erfahrung werden.
Simone Curau-Aepli in der Wiborada-Zelle
Simone Curau-Aepli aus Weinfelden TG lebt vom 01.-08. Mai 2026 in der nachgebauten Wiborada-Zelle. Das Zellenfenster öffnet sie täglich von 12.30-13.30 Uhr und von 17.30-18.30 Uhr.
Herzliche Einladung zum
Einschlussritual am Freitag, 01. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Aufschlussritual am Freitag, 08. Mai 2026, 18.30 Uhr, St.Mangen
Ein Mittagessen für die Inklusin
Möchten Sie die Inklusin tatkräftig unterstützen und ihr einmal ein Mittagessen ans Zellenfenster vorbei bringen? Dann tragen Sie sich in der Liste ein.
Aktuelles
Die St.Gallerin Annika Büchler hat bereits exklusive Unterwäsche für Vitorias Secret entworfen – und nun die Etikette für den Wiborada-Wein zum Jubiläumsjahr. Warum Wiborada sie fasziniert, wie sie beim Design der Etikette vorging und was diese so besonders macht, erzählt sie im Interview. [mehr]
Was hat Sie dazu motiviert, eine Etikette für den Wiborada-Wein zu gestalten?
Die Idee kam von Rudolf Morant, meinem ehemaligen Nachbarn. Wiborada war mir als in St. Gallen aufgewachsene Person zwar ein Begriff, doch erst durch meine Recherche wurde mir wirklich klar, wie wichtig sie für die Stadtgeschichte ist. Mich hat der Rudolfs Gedanke sofort angesprochen, ihr zum «Jubiläum» mit einem Wein mehr Sichtbarkeit zu geben. Der Austausch Rudolf war sehr inspirierend und er hat mir die tolle Möglichkeit gegeben, ein Projekt umzusetzen, das Gestaltung, Geschichte und St. Galler Kultur verbindet. Auch der feministische Aspekt der Idee fand ich wichtig: Als junge Frau aus St. Gallen sehe ich es als Chance, eine starke historische Frau, die viel bewirkt hat, mit einem Wein zu würdigen.
Was fasziniert Sie an Wiborada von St. Gallen?
Mich beeindruckt ihr Mut und die radikale Klarheit, mit der sie ihr Leben gestaltet hat. Wiborada entschied sich bewusst aus innerer Überzeugung für ein Leben in der Zelle, stand Menschen in schwierigen Momenten bei und opferte durch ihren Einsatz ihr Leben. Besonders fasziniert mich ihre «Stille» als Stärke. Trotz ihres Rückzugs hatte sie eine grosse Wirkung nach aussen und zeigt, dass Einfluss nicht immer laut sein muss. Gleichzeitig steht sie für eine frühe weibliche Autonomie und geistige Autorität – etwas, das für ihre Zeit aussergewöhnlich war. Diese Haltung passt für mich auch perfekt zum Wein: kurz innehalten, bewusst geniessen und den Alltag entschleunigen. Der Wein schafft einen Moment des bewussten Wahrnehmens in einer schnelllebigen Welt und schenkt zugleich Wiborada Aufmerksamkeit für ihr Schaffen.

Wie sind Sie beim Design der Etikette vorgegangen? Worauf haben Sie besonders geachtet?
Am Anfang stand eine intensive Recherche. Mich interessierte, wie Wiborada historisch dargestellt wurde, welche Symbole sich wiederholen und wie man diese Bildsprache in eine moderne Weinetikette übersetzen kann. Zudem ging ich in der St. Mangen Kirche und der aufgestellten Zelle vorbei. Darauf aufbauend habe ich verschiedene Entwürfe entwickelt und meine eigene Interpretation zwischen Tradition und Gegenwart gesucht. Nach intensivem Austausch mit Rudolf zeigt der finale Entwurf Wiborada als «Inclusa» in einer engen Zelle, gerahmt von einem romanischen Bogen. Buch und Hellebarde stehen für ihr Wissen und Martyrium. Besonders wichtig war uns das Fenster: Es symbolisiert die Verbindung zur Aussenwelt, Licht und Zeit – Tag und Nacht, Sterne und Mond. Auch der Heiligenschein strahlt nach aussen und steht für eine Wirkung, die über den eigenen Raum hinausgeht. Die Farbwahl wurde bewusst gewählt: Violett als Zeichen von Würde und weiblicher Stärke, ein heller Rotton hinter der Hellebarde als zurückhaltender Hinweis auf Blut und ihr Schicksal.
Was macht diese Etikette besonders?
Die Etikette verbindet eine klassische Heiligendarstellung mit einer modernen, reduzierten Bildsprache. Sie erzählt die Geschichte der Wiborada, ohne überladen zu wirken. Historische Symbole, klare Formen und zeitgenössische Farben machen Wiborada zur aktuellen und relevanten Frau. Die Etikette soll neugierig machen – auf Wiboradas Geschichte und den Wein selbst.
Vielen Dank für das Gespräch.
Der Wiborada-Wein ist zu 20 CHF pro Flasche in der Stiftsbibliothek, im Regio Herz Hofladen in St.Gallen sowie über Tanninogallo und direkt bei Rudolf Morant erhältlich. Auch am Wiborada-Fest am 02. Mai 2026 wird der Wein erhältlich sein.
19.03.2026
«Wiborada steht für weibliche Autonomie und geistige Autorität»
Die St.Gallerin Annika Büchler hat bereits exklusive Unterwäsche für Vitorias Secret entworfen – und nun die Etikette für den Wiborada-Wein zum Jubiläumsjahr. Warum Wiborada sie fasziniert, wie sie beim Design der Etikette vorging und was diese so besonders macht, erzählt sie im Interview. [mehr]
Was hat Sie dazu motiviert, eine Etikette für den Wiborada-Wein zu gestalten?
Die Idee kam von Rudolf Morant, meinem ehemaligen Nachbarn. Wiborada war mir als in St. Gallen aufgewachsene Person zwar ein Begriff, doch erst durch meine Recherche wurde mir wirklich klar, wie wichtig sie für die Stadtgeschichte ist. Mich hat der Rudolfs Gedanke sofort angesprochen, ihr zum «Jubiläum» mit einem Wein mehr Sichtbarkeit zu geben. Der Austausch Rudolf war sehr inspirierend und er hat mir die tolle Möglichkeit gegeben, ein Projekt umzusetzen, das Gestaltung, Geschichte und St. Galler Kultur verbindet. Auch der feministische Aspekt der Idee fand ich wichtig: Als junge Frau aus St. Gallen sehe ich es als Chance, eine starke historische Frau, die viel bewirkt hat, mit einem Wein zu würdigen.
Was fasziniert Sie an Wiborada von St. Gallen?
Mich beeindruckt ihr Mut und die radikale Klarheit, mit der sie ihr Leben gestaltet hat. Wiborada entschied sich bewusst aus innerer Überzeugung für ein Leben in der Zelle, stand Menschen in schwierigen Momenten bei und opferte durch ihren Einsatz ihr Leben. Besonders fasziniert mich ihre «Stille» als Stärke. Trotz ihres Rückzugs hatte sie eine grosse Wirkung nach aussen und zeigt, dass Einfluss nicht immer laut sein muss. Gleichzeitig steht sie für eine frühe weibliche Autonomie und geistige Autorität – etwas, das für ihre Zeit aussergewöhnlich war. Diese Haltung passt für mich auch perfekt zum Wein: kurz innehalten, bewusst geniessen und den Alltag entschleunigen. Der Wein schafft einen Moment des bewussten Wahrnehmens in einer schnelllebigen Welt und schenkt zugleich Wiborada Aufmerksamkeit für ihr Schaffen.

Wie sind Sie beim Design der Etikette vorgegangen? Worauf haben Sie besonders geachtet?
Am Anfang stand eine intensive Recherche. Mich interessierte, wie Wiborada historisch dargestellt wurde, welche Symbole sich wiederholen und wie man diese Bildsprache in eine moderne Weinetikette übersetzen kann. Zudem ging ich in der St. Mangen Kirche und der aufgestellten Zelle vorbei. Darauf aufbauend habe ich verschiedene Entwürfe entwickelt und meine eigene Interpretation zwischen Tradition und Gegenwart gesucht. Nach intensivem Austausch mit Rudolf zeigt der finale Entwurf Wiborada als «Inclusa» in einer engen Zelle, gerahmt von einem romanischen Bogen. Buch und Hellebarde stehen für ihr Wissen und Martyrium. Besonders wichtig war uns das Fenster: Es symbolisiert die Verbindung zur Aussenwelt, Licht und Zeit – Tag und Nacht, Sterne und Mond. Auch der Heiligenschein strahlt nach aussen und steht für eine Wirkung, die über den eigenen Raum hinausgeht. Die Farbwahl wurde bewusst gewählt: Violett als Zeichen von Würde und weiblicher Stärke, ein heller Rotton hinter der Hellebarde als zurückhaltender Hinweis auf Blut und ihr Schicksal.
Was macht diese Etikette besonders?
Die Etikette verbindet eine klassische Heiligendarstellung mit einer modernen, reduzierten Bildsprache. Sie erzählt die Geschichte der Wiborada, ohne überladen zu wirken. Historische Symbole, klare Formen und zeitgenössische Farben machen Wiborada zur aktuellen und relevanten Frau. Die Etikette soll neugierig machen – auf Wiboradas Geschichte und den Wein selbst.
Vielen Dank für das Gespräch.
Der Wiborada-Wein ist zu 20 CHF pro Flasche in der Stiftsbibliothek, im Regio Herz Hofladen in St.Gallen sowie über Tanninogallo und direkt bei Rudolf Morant erhältlich. Auch am Wiborada-Fest am 02. Mai 2026 wird der Wein erhältlich sein.



